Erzbischöfliche St.-Anna-Schule

Geschichte aus erster Hand

Eine Zeitzeugin des Nationalsozialismus berichtete - und die Schülerinnen und Schüler der 9c hingen gebannt an ihren Lippen!

Eigentlich wollten die beiden Schülerinnen der 9c nur im Rahmen eines Kurzreferates zum Thema NS-Zeit in Wuppertal recherchieren, am Ende stand dann der Besuch einer interessanten Zeitzeugin im Geschichtsunterricht der Klasse 9c. Bei ihrer Suche nach Informationen trafen Elisabetta Vesce und Marleen Schulte auf  Ilsabe Platte, die die beiden mit offenen Armen empfing.  

Frau Platte, Jahrgang 1923 und gebürtige Berlinerin, war sehr gerne bereit, über Erfahrungen und Erlebnisse während der NS-Zeit und der unmittelbaren Nachkriegszeit zu berichten, zumal sie –auch auf Drängen ihrer Familie-, einiges in Form eines gedruckten Tagebuches zu Papier gebracht hatte. Besonders interessant an ihrer Biographie: Frau Platte hieß mit ihrem Geburtsnamen von Stülpnagel. Ein Verwandter von ihr war General Carl-Heinrich von Stülpnagel, der unmittelbar am militärischen Widerstand des 20.Juli 1944 beteiligt war und dafür vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt worden war. Ihr Vater Joachim von Stülpnagel, als Reichswehrgeneral 1932 aus dem Amt geschieden, wurde nach dem Attentat 1944 für einige Monate in einem KZ inhaftiert, überlebte aber das Kriegsende. Frau Platte berichtete, dass sie bei Kriegsende zeitweilig unter falschem Namen lebte, um sich vor Repressalien auch unter der späteren Besatzungsmacht zu schützen.

Ihr Besuch im Geschichtsunterricht der Klasse 9c , den Marleen und Elisabetta vorbereitet hatten, begann mit einer kleinen Lesung von Auszügen ihres Tagebuchs – eine die Schüler und Schülerinnen beeindruckende, sehr persönliche Schilderung der letzten Kriegstage und der ersten Tage nach Kriegsende . Die NS-Zeit empfand Frau Platte als eine dunkle und bedrückende Zeit, in der sie als Jugendliche und junge Frau stark gegängelt wurde und in der man ständig dem Druck des Regimes ausgesetzt war. Auf Fragen zum Alltag, insbesondere auch zum Schulalltag ging Frau Platte bereitwillig ein. Ihre Alltagsschilderung konnte betroffen machen. Den II. Weltkrieg erlebte sie als Krankenschwester.

Den Schülerinnen und Schülern gab Frau Platte mit auf den Weg: „Seid dankbar , dass Ihr heute lebt, tragt mit dafür Sorge und Verantwortung, dass eine Zeit wie die NS-Diktatur von 1933-1945 nie wieder kommt .“

Eine außergewöhnliche und nachdenklich machende Geschichtsstunde.

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