Erzbischöfliche St.-Anna-Schule

Juniorakademie NRW

Sankt-Anna Schüler berichten

Vom 2. bis zum 12. August fand - wie jedes Jahr - auch im Jahr 2021 die deutsche JuniorAkademie statt. Dabei haben begabte Schülerinnen und Schüler die Chance, Gleichgesinnte kennenzulernen und mit ihnen gefördert zu werden. 

Normalerweise fahren die Jugendlichen aus einem Bundesland zusammen in eine Herberge und verbringen dort eine lehrreiche und interessante Zeit. Aufgrund der Corona-Pandemie musste diese nach Hause ins Digitale verlegt werden. Wir trafen uns also jeden Tag in unseren Kursen in Zoom-Konferenzen. Es gab rund 250 Teilnehmer und jeder von ihnen durfte sich einen Kurs aussuchen - von Nanotechnologie über Forensik bis hin zur Psychologie. Außerdem gab es Freizeitangebote wie zum Beispiel Sport, Musik, Spiele oder Schreibtreffen. Dafür wurde von der Junior Akademie eine Padlet-Seite erstellt, auf der jeder von uns Teilnehmern, aber auch von den Organisatoren Veranstaltungen organisieren und ankündigen konnte. Dann musste man nur zur richtigen Uhrzeit auf den beiliegenden Zoom-Link klicken und schon konnte man teilnehmen. Trotz der digitalen Umsetzung dieser Freizeitgestaltung gab es viel zu Lachen und Neues zu erfahren.

Zum Glück hatte jeder Teilnehmer am letzten Tag die Chance, sich kurze Präsentationen der anderen Kurse anzusehen und zu verstehen, was sie in den anderthalb Wochen gelernt haben.

Denn es war schwer für mich, mich zwischen all den interessanten Angeboten zu entscheiden, doch letztendlich wählte ich meinen Hauptkurs „Geschichte in populären Medien“. Wie kann Geschichte die Medien beeinflussen und wie können Medien vielleicht auch die Geschichte beeinflussen?    Mir scheint es schier unmöglich, all die Dinge, die wir uns in diesem Kurs angeschaut, die wir ausprobiert, oder die wir geschaffen haben, aufzuzählen. Wir identifizierten Propaganda oder Stimmungsmache, die tatsächlich den Verlauf eines Krieges beeinflussen wollte. Doch wir redeten nicht nur im internationalen Sinne zum Beispiel über Asterix und Obelix und die Darstellung von Briten oder Gothen in dem Comic, sondern auch über unsere ganz lokale Geschichte.

Ich machte eine Tour durch Wuppertal und schaute mir die Stadt im Sinne der Geschichte an: vom Kapp-Putsch Denkmal, zum Bismarck-Turm, bis zum Rathaus in Barmen gibt es viele interessante, aber oft unscheinbare Denkmäler in meiner Heimstadt, an denen ich bis jetzt oft unbemerkt vorbeigelaufen bin. 

Ich realisierte außerdem, wie wichtig es ist, über seine eigene Geschichte Bescheid zu wissen: Wir planten zusammen ein Zeitzeugen-Interview und daraufhin unterhielt ich mich wie eine Journalistin mit meinen Eltern über die Geschichte meiner Familie. Das mag sich zwar zunächst befremdlich anfühlen, so geplant und distanziert über solch intime Geschichten zu reden, doch genau so konnte ich sehr viel neues über mich und meinen Hintergrund erfahren. 

Was mich am Ende am meisten begeisterte war, dass ich trotz des digitalen Austauschs viele neue Dinge gelernt habe, weil unser Lehrer (ich würde ihn aber eigentlich gar nicht als einen solchen beschreiben, er war vielleicht eher ein der Gruppe nahestehender Moderator der Diskussionen) uns dazu brachte, neue Sichtweisen zu erkennen; verstehen zu wollen, warum ein Autor genau diesen Artikel, diese Filmszene, diese Filmmusik, dieses Theaterstück, dieses Feindbild geschaffen hat und was das mit der damaligen Lage der Geschichte zu tun hat. Und genau das kann man auch auf die heutige Zeit übertragen - warum bewertet jemand in seinem Tweet die Politik in dieser Weise? Und ist diese Bewertung seriös? Wer steckt dahinter? 

Das ist das, was mich an Geschichte begeistert und was dieser Kurs mit cleveren und interessierten Teilnehmern mir gelehrt hat - die Aktualität der immer fortwährenden Geschichte. Ich hoffe, bald (wenn die Corona-Regeln es zulassen) werden wir uns alle mal persönlich treffen können und uns auch persönlich austauschen können, denn ich hatte in dieser Zeit auch die Möglichkeit, sehr viele interessante Menschen kennenzulernen.

Paula Rosenkaymer (EF)

digital-2021_randlos_png.png MINT-EC-SCHULE_Logo_Mitglied.jpg fairtradeschool.jpg medienscouts.jpg Schulabteilung.jpg jp_wortbildmarke_72dpi_400x220px.jpg
Impressum | Datenschutz
St.-Anna-Schule Wuppertal • Erzbischöfliches Gymnasium für Jungen und Mädchen
Dorotheenstraße 11-19 • 42105 Wuppertal • Tel. 0202-429650 • Fax 0202-4296518 • E-Mail info@st-anna.de
copyright © 2021 St.-Anna-Schule Wuppertal • phpwcms Content Management System