Erzbischöfliche St.-Anna-Schule

Zeitzeuge des zweiten Weltkrieges besucht die Schule

Geschichte zum Anfassen für unsere Geschichte-Leistungs- und Grundkursschüler/innen

Am Donnerstag, den 16. Januar begrüßte die St.-Anna-Schule Herrn Dr. Hans Ulrich Abshagen. Der 87-jährige Berliner reiste auf Initiative von Stephan Brühl, Vater einer Schülerin im LK Geschichte, zu uns nach Wuppertal, um dem Geschichts-LK (Herr Häming) und dem Geschichts-GK ( Frau Ochs) von Erlebnissen und Erfahrungen aus seiner Zeit als Wehrmachtssoldat  zu berichten und sich den Fragen der Kursteilnehmer an ihn als Zeitzeugen zu stellen.

Dr.Abshagen hat eine ereignisreiche Jugend während der NS-Zeit erlebt: Er meldete sich 1944 freiwillig zur Wehrmacht, um nach seiner Ausbildung zum Unteroffizier an der Ostfront gegen die Sowjetunion zu kämpfen. Der „Endsieg“, wie Abshagen sagt, - als Schlagwort der NS-Propaganda damals weit verbreitet - spielte für den damals 17-jährigen die allem übergeordnete Rolle. Die lebhaften und authentischen Erinnerungen Abshagens wurden, ähnlich einem roten Faden, von Passagen aus dessen Buch „Generation Ahnungslos- Momentaufnahmen eines 17-jährigen“ (erschienen 2003) ergänzt. In diesem schildert er die Geschehnisse von Sommer 1944 bis zu seiner Gefangennahme durch sowjetische Fronttruppen und versucht damit ein Bild der soldatischen Wirklichkeit des II.Weltkrieges zu zeigen und dieses für die heutige Leserschaft verständlich und anschaulich darzustellen.

Doch der bemerkenswerteste Umstand in Dr. Abshagens Leben war ohne Zweifel die Verbindung zum Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944, auch bekannt als Stauffenberg-Attentat. Hans-Ulrich Abshagens Vater Wolfgang war nämlich als Offizier im Oberkommando der Wehrmacht an dieser Operation beteiligt, da er mutmaßlich den Sprengstoff dafür besorgt hatte. Weil man ihm dies allerdings nicht zweifelsfrei nachweisen konnte, wurde er nach Inhaftierung und Prozess zwar freigesprochen und unehrenhaft aus der Wehrmacht entlassen, aber im Mai 1945 von der sowjetischen Spionageabwehr festgenommen und kurze Zeit später wegen seiner militärischen Tätigkeit als angeblicher Spion hingerichtet.

Diese interessante Lebensgeschichte ergänzt mit den Kommentaren des Autors zog sowohl den Geschichts-LK als auch den Geschichts-GK in den Bann, sodass die Zeit am Ende aufgrund der großen Anzahl an Fragen nicht reichte, um alles offen Gebliebene ausgiebig zu erklären.

Die Rückmeldungen waren durchweg positiv, da der Besuch einer solchen Persönlichkeit nicht alltäglich ist und wir als letzte Generation, der es möglich ist, Zeitzeugen der NS-Zeit zu begegnen, jede Gelegenheit dafür schätzen wissen müssen. Ein Schüler des Geschichts-LKs sah in dem Besuch eine „tolle Abwechslung“ und fand, „so authentisch“ könne „Geschichte nur durch Zeitzeugen vermittelt werden“.

LK und GK der St.-Anna-Schule danken Herrn Dr. Abshagen dafür, dass er sich auf den langen Weg von Berlin nach Wuppertal gemacht hat, um jungen Leuten von seinen Erlebnissen und Erfahrungen zu berichten. Wir danken außerdem Herrn Brühl für die Herstellung des Kontaktes und damit für die Ermöglichung dieser hochinteressanten Begegnung.

Für die Schülerinnen und Schüler beider Kurse war es eine einmalige Erfahrung, Geschichte nicht durch Bücher, sondern hautnah erfahren zu dürfen.

Text von Philipp Lutz, Jgst.11/LK Geschichte

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